Kardamom - zitronig-pfeffrige Aromabombe

Bei Kardamom scheiden sich die Geister - ähnlich wie Koriander werden die würzigen Körnchen in der grünen Kapsel entweder geliebt oder gehasst. Das Kardamom-Aroma ist schwer in Worte zu fassen, die Beschreibungen reichen von "zitronig" über "harzig" und "holzig" bis "pfeffrig". All diese Geschmacksrichtungen vereinen sich tatsächlich im ätherischen Öl der Karadamomsamen, das mit dem Terpentinöl verwandt ist. Das Gemisch aus zwei Limonen "Dipenten" ist etwa auch in Kümmel- und Fichtennadelöl enthalten.

Zartes Pflänzchen

Die Halme des mehrjährigen Rhizomgewächses werden bis zu fünf Meter hoch und tragen Blüten mit zart blauen Blättern und gelber Umrandung. Im Inneren der dreigeteilten, grün-gelben Fruchtkapseln sitzen die Samen: kleine, harte Körnchen von grau-schwarzer Farbe. Die Kapseln werden noch vor der Reife händisch geerntet, da sie sonst aufplatzen würden. Nicht zuletzt durch diese aufwändige Arbeit zählt Kardamom zu den hochpreisigen Gewürzen.
Heimatländer des Kardamom sind Sri Lanka und Südindien. Auch Kardamom aus Guatemala, Madagaskar oder Vietnam kommt zu uns in den Handel. Von den verschiedenen Kardamom-Sorten ist der kleinkapselige indische Malabar am aromatischsten.

Küchen-Allrounder

Kardamom ist trotz seines intensiven Aromas ein Allrounder in der Küche. Im Winter erwärmend, im Sommer erfrischend, bereichert er nicht nur salzige und süße Speisen, sondern auch heiße oder kalte Getränke.
Abgesehen von Lebkuchen und Spekulatius ist Kardamom in Currypulver und indischen Marsala-Würzmischungen enthalten. Fleisch- und Reiscurries werden mit ihm verfeinert, Konfekt und indischer Reis-Karottenpudding gewürzt. Vom schwedischen Glühwein bis zu türkischen Wurstwaren kommt Kardamom rund um die Erde zu seinem Auftritt in der Küche. Eine unverzichtbare Rolle spielt er auch bei der Zubereitung von arabischem Mokka und Chai.

Gesundheit!

Kardamom ist ein Heilmittel, das verdauungsfördernd, krampflösend und allgemein anregend auf Körper und Geist wirkt. Nicht zuletzt deshalb gilt er in einigen arabischen Ländern als aphrodisierend. Das Kauen von ein paar Samenkörnchen hilft gegen Mundgeruch und soll für eine gute Stimme sorgen. Auf den Einsatz von Kardamom als Hausmittel in arabischen und asiatischen Ländern greift die moderne Medizin zurück. Kardamom ist Bestandteil verdauungsfördernder Medikamente und wird von Ärzten im Kombination mit Ingwer, Koriander, Curcuma und Pfeffer als Ersatz für das "Schnapserl" nach zu fettem und üppigem Essen empfohlen.

Kardamomtee

4 Personen

Zutaten:

8 Kardamomkapseln
Bio-Zitronenschale
4 TL schwarzer Tee
Zucker oder Honig
1 Liter Wasser

Kardamomkapseln mörsern und in die Teekanne geben. Mit einem halben Liter kochendem Wasser übergießen. Schale einer halben Zitrone hinein reiben. Fünf Minuten ziehen lassen. Teeblätter und Zucker bzw. Honig nach Geschmack einrühren und mit dem restlichen kochenden Wasser aufgießen. Drei Minuten ziehen lassen, danach absieben. Der Kardamomtee schmeckt mit oder ohne Milch.

Autorin: Mag.a Eva Tinsobin

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